Schuhhaus Grüterich, Essen. Derselbe Auftraggeber wie in Hamburg, dieselbe Flächengröße — und ein Konzept, das mit Hamburg nichts gemein hat.
Andere Stadt, andere Kundschaft, anderes Preisniveau. Wer hier dasselbe Möbel hinstellt wie am Premiumstandort, verfehlt beide Zielgruppen.
Getragen wird der Laden von Grüterich, dem Essener Schuhhaus der Gruppe, im mittleren Preissegment. Die Fläche gliedert sich in drei Bereiche: Damen, Herren, Kinder. Jeder mit eigener Farbwelt — damit man beim Reingehen ohne Beschilderung versteht, wo man ist.
Die Handschrift durchgehend: Country. Warme Hölzer, ruhige Töne, offene Regale statt schwarzer Korpusse. Das war ausdrücklicher Wunsch des Kunden — und es ist die richtige Entscheidung, weil es zur Zielgruppe passt und nicht zum Trend.
Schuhe brauchen mehr Regalmeter pro Quadratmeter als jede andere Warengruppe, und jedes Paar will einzeln gesehen werden. Auf 500 Quadratmetern mit drei Abteilungen heißt das: klare Kanten zwischen den Bereichen, aber ein durchgehendes Materialbild, damit der Laden nicht in drei Läden zerfällt. Gelöst über Farbe — gleiche Konstruktion, gleiche Hölzer, unterschiedliche Farbführung.
Wie in Hamburg: eigene Planung, Fertigung in Asien, vier Monate Produktion, zwei Monate Verschiffung, Musterabnahme vor jeder Freigabe. Nichts aus dem Katalog.
Hamburg und Essen entstanden im selben Zeitraum, aus derselben Hand, mit demselben Budgetvorteil — rund ein Fünftel dessen, was ein deutscher Ladenbauer für dieselbe Ausstattung aufgerufen hätte. Und sie haben kein einziges Möbel gemeinsam.
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